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Almosen: Eine Wahl, oder ein Vorzug?!

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Ab und an lassen uns Zufälle im Leben zu eigenartigen Gedanken vertiefen. Eines Tages wurde ich Zeuge eines Gesprächs zwischen zwei Personen. Der Jüngere fragte den Älteren: - Sie sind ein sehr guter Mensch! Sie helfen jedem, der es nötig hat, ohne Rücksicht darauf, ob dieser lügt oder die Wahrheit sagt. Vielleicht lügt dieser Mensch? Weshalb tun Sie das?
Die Antwort der anderen Person versetzte mich in Staunen. Er hat einen der Überlieferungen unsere Propheten zitiert: „Sohn Adams! Ich habe die einen meiner Untertanen gesandt und um Nahrung gebeten, doch du hast es mir verwehrt. Bist du dir darüber im Klaren, dass ich dich hätte belohnt, würdest du seine Bitte erfüllen… Sohn Adams! Ich habe die einen meiner Untertanen gesandt und um etwas zu trinken gebeten, doch du hast es mir verwehrt. Bist du dir darüber im Klaren, dass ich dich hätte belohnt, würdest du seine Bitte erfüllen…“
Mit den Jahren denke ich an meine Kindheit zurück und finde nicht die Erfahrungen, die die Jahre mir geschenkt, sondern die Willkür, die mit mir auf die Welt gekommen. Das, was dieser Mann gesagt hatte, versetzte mich in tiefe Gedanken. Als ich in der achten Klasse war, staunte ein neuer Schüler mein schönes importiertes Hemd an und fragte mich ungehemmt, ob ich noch so ein Hemd hätte. Ich sagte, dass ich kein anderes hätte, ich ihm jedoch mein eigenes Hemd geben könnte. Er freute sich sehr darüber. Ich gab ihm ohne zögern mein Hemd. Somit habe ich dieses Kind für einen Moment glücklich gemacht.
Vielleicht sollte diese Art von Willkür und die Hilfsbereitschaft an Bedürftige nicht aufgrund von jahrlanger Erfahrung und Wohlstand entstehen, sondern sollte ab dem ersten Tag an, als wir auf die Welt kamen, vorhanden sein und uns ein ganzes Leben lang begleiten.
Das, was uns umfasst und was wir besitzen, ist nur materiell. Niemand nimmt nach dem Tode etwas mit sich ins Jenseits. Weshalb gewähren wir Menschen denn dem materiellen Leben den Vorrang und vergessen, den bedürftigen zu helfen?



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